SPRICH LANGSAM, TÜRKE
In der Weltgeschichte tauchte zuerst der Knoblauch auf, dann der Türke. Zur vollständigen Symbiose gelangten Knoblauch und Türke ein paar Jahrhunderte später in Anatolien. Dennoch zierte die Knoblauchzehe zu keinem Zeitpunkt die türkische Fahne. Ebenso wenig glauben Türken, dass Knoblauchgestank im Treppenhaus böse Geister fernhält. (Auszug)
»Wir wollen die über dreißigjährige Ignoranz auf beiden Seiten, die immer noch vorhandenen Vorurteile und Stereotypen
hegen, pflegen und würdigen«, so das erklärte Ziel des Autors und Kabarettisten Kerim Pamuk. In Sprich langsam, Türke hat er die bahnbrechenden Erkenntnisse seiner jahrelangen Feldforschung zusammengetragen: Deutsche erfahren endlich, warum ein klassischer türkischer "Diskürs" so manches Mal auf der Polizeiwache endet. Türken können nachlesen, warum es für Deutsche kein anderes Symbol für pochende Leidenschaft gibt als einen 10x15 Abzug vom Sonnenuntergang am Kleopatra Beach.
Lakonisch schildert Kerim Pamuk in seinen Glossen und Kurzgeschichten das Zusammenleben von Türken und Deutschen. Witzig, melancholisch, manchmal sarkastisch: Seine Erzählungen sind tragische Geschichten im komischen Gewand - und umgekehrt.